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Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua treibt die südchinesische Stadt Wenchang den Aufbau eines Aerospace-Industrieclusters voran. Das erklärte Ziel lautet nach den Worten der lokalen Behörden, eine geschlossene Wertschöpfungskette zu erreichen: Satelliten sollen in Wenchang gefertigt und von dort aus gestartet werden – ein Ansatz, der im Chinesischen als „Wenchang hergestellt, Wenchang gestartet“ zusammengefasst wird.
Wenchang beherbergt den Startplatz Wenchang (WSLC), den wichtigsten Standort Chinas für Schwerlastraketen wie den Langen Marsch 5, die für Mond- und Tiefraummissionen eingesetzt werden. Daneben entsteht dort mit dem Kommerziellen Raumfahrt-Startgelände Hainan ein neuer, eigenständiger Startkomplex speziell für kommerzielle Anbieter und private Trägerraketen – der erste seiner Art im Land.
Der Schritt ist Teil der breiteren chinesischen Strategie, die kommerzielle Raumfahrt zu einer eigenständigen Industrie auszubauen. Statt Satelliten überwiegend an anderen Standorten zu bauen und nur von Hainan zu starten, will die Region künftig auch Fertigung, Integration und Tests vor Ort ansiedeln. Das soll Arbeitsplätze schaffen und die Region wirtschaftlich stärker an die wachsende Raumfahrtbranche anbinden.
Konkrete Zahlen zu geplanten Investitionen oder Fertigungskapazitäten nennt die Meldung von Xinhua nicht. Es handelt sich erkennbar um eine politische Ankündigung zur Standortentwicklung, die den ambitionierten Ausbau der Raumfahrtwirtschaft in der Provinz Hainan unterstreicht.
Stand und Details solcher Ausbaupläne können sich schnell ändern; die Meldung verdeutlicht jedenfalls, dass der Startplatz Wenchang künftig mehr sein soll als eine reine Abschussrampe.