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Nach Angaben der chinesischen Tageszeitung Science and Technology Daily (Kejiribao) arbeitet China an der Tianzhi-Konstellation (天智星座), einem Satellitennetzwerk, das als verteilter Supercomputer-Cluster im Orbit fungieren soll. Das Konzept: Statt eines einzelnen schweren Rechen-Satelliten werden viele kleinere Satelliten über ein Netz verbunden und bündeln ihre Rechenleistung zu einem virtuellen Gesamtsystem im All.
Die Tianzhi-Konstellation ist Teil eines breiteren Trends in der chinesischen Raumfahrt hin zu satellitengestützter Datenverarbeitung und Software-defined Satelliten. Sogenannte Software-defined-Satelliten lassen sich nach dem Start per Software-Update neu konfigurieren, anstatt für feste Aufgaben konstruiert zu sein. Ein orbitaler Rechenverbund könnte künftig Aufgaben übernehmen, bei denen Daten am Ort ihrer Entstehung verarbeitet werden müssen, statt sie erst zur Erde zu übertragen — etwa bei Erdbeobachtung oder Kommunikationsdiensten.
Das Projekt steht damit in einer Reihe mit anderen chinesischen Konstellationsvorhaben wie der Kommunikationskonstellation Qianfan oder dem Erdbeobachtungsnetz Jilin-1. Besonders betont wird der Aspekt der verteilten Verarbeitung: Durch die Rechenleistung direkt im Orbit ließen sich Latenzen reduzieren und Datenmengen verarbeiten, die für eine Übertragung zur Bodenstation zu groß oder zu zeitkritisch wären.
Details zu Zeitplan, Satellitenanzahl und technischer Umsetzung der Tianzhi-Konstellation gehen aus der Meldung nicht hervor; die Angaben beschreiben bislang vor allem das Konzept. Für eine unabhängige Einordnung steht die Entwicklung nach Angaben der Zeitung noch am Anfang.